Alles so schön flach

 

Seit mein Vater selig uns Kinder jeden Sonntag mit leicht gereiztem Gesang zum Wandern zwang („Im Frühtau zu Berge…“), ist mir das Outdoor-Programm an sich suspekt. Nie mehr Wandern, schon gar nicht auf und ab, das war mein vordringliches Ziel für das Erwachsenenalter. Die sportlichen Herausforderungen während unseres Allgäuer Exils haben mich entsprechend nervös gemacht. Während ich in…


Auf ein Wörtchen

Es war still im Allgäu. Schön still. Zu still oft für meinen verspielten Charakter. Wo die Natur erhaben schweigt, sind auch die Menschen nicht zum Plaudern aufgelegt. Das heißt, man schwatzt (schwäbisch: schwätzet) schon, aber nur in Sicherheit. Im Verein. Im Kirchenchor. Am Gemüsestand auf dem Mittwochsmarkt. Mit Leuten, die man von jeher kennt. Mit Fremden redet man nicht. Vorsichtshalber. Wenn…


Die Stadt, der Müll und keine Kehrwoche

Heute wollen wir mal ein leidiges Thema entsorgen: den letzten Dreck in dieser Stadt. Unten im schwäbischen Süden habe ich mich gern ein wenig lustig gemacht über die Ernsthaftigkeit, mit der sich meine Kleinstadt-Mitbürger der Müllfrage widmeten. Zwar lässt auch im Allgäuer Wald mal ein Jogger in anarchistischer…


Immer schick

Jetzt kommen wir zu einem heiklen Thema: Sind die Düsseldorfer wirklich solche Modefuzzis, wie der Rest der Welt reflexartig behauptet? Erst jüngst höhnte das Online-Portal der Süddeutschen, dass der Düsseldorfer das Klischee von sich selbst übererfülle, aber auf dem Stand der Achtzigerjahre stehengeblieben…


Du meckerst ja gar nicht

Der Düsseldorfer kann ja so charmant sein. Aber auch ungnädig, das hatte ich ganz vergessen. Wenn wir, gewöhnt an die unendlichen Weiten eines Allgäuer Landsupermarkts, in der zierlich geschnittenen City-Filiale auf der Jagd nach Milch und Eiern den Einkaufswagen quer stehenlassen, wird unverzüglich geschubst und gezetert. Im Prä-Silvester-Rummel hat uns eine gehobene…


Endlich geschlossen

Der Heilige Abend naht, und die Gesichtszüge des Gatten entspannen sich zusehends. Es ist weniger die spirituelle Erwartung, würde ich vermuten. Es ist die Erleichterung darüber, dass die 1000 bunten Düsseldorfer Geschäfte endlich mal für zweieinhalb Tage geschlossen sind. „Magst du ein bisschen spazieren gehen?“ fragt er, sehr freundlich. Denn er muss ja nicht befürchten,…


Grüß Gott aber auch

Es passiert immer noch: Ich komme in ein Geschäft und posaune, was mir im Südwesten zur lieben Gewohnheit wurde: „Grüß Gott!“ Man starrt mich an wie einen religiösen Eiferer. „Äh, guten Morgen“, stammele ich dann. Ist aber zu spät. Mein schwäbischer Migrationshintergrund lässt sich nicht verbergen. Der Sprachgebrauch muss sich erst einmal justieren hier oben an den leberkäslosen rheinischen Ufern.…


Wir Landeier

Wer sagt’s denn – gleich an der Ecke unserer neuen Wohnung finden wir einen Parkplatz. Aber natürlich dürfen wir da nicht dösig stehenbleiben wie einst vor unserer Doppelhaushälfte. Mission für den Gatten: die unverzügliche Besorgung eines Anwohnerparkausweises. Im nahen Bürgerbüro. Mission scheitert. Denn wir müssen uns erst ummelden, und dafür hatten wir kein Ticket gezogen. Oder so. Im Internet…


Wir müssen verrückt sein

Ich hatte keine Farm in Afrika. Aber eine Doppelhaushälfte im Allgäu. Behaglich und komfortabel. Keine zwei Kilometer vom historischen Kern des Städtchens Wangen entfernt, gleich am Waldesrand. Fast 16 Jahre lang. Unsere Nachbarn waren unsere Freunde, das Gute lag so nah wie die Loipe. Aber ehrlich gesagt, habe ich das Langlaufen nach anfänglichem Ausrutschen nie wieder probiert. Immer war es zu…


Artikel

Kunst

Wer bietet mehr? Die schicken People von der Kunstfront sind schon ganz erschöpft.
Die Macht des roten Mohns Der Mann aus dem Norden liebte die Blumen: „emporsprießend, blühend,
Die Kraft der Schatten Manchmal ist das Schicksal eines Künstlers so übermächtig, dass man erst einmal davon berichten muss.
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Literatur

Das Schicksal kann sich täuschen Sorry, ich habe den neuen Kehlmann erst gestern ausgelesen. Ein bisschen spät, ich weiß.
Liebe, Wahrheit, Freiheit und Krebssuppe Man könnte natürlich zum Eiffelturm fahren. Pardon, Madame, das ist nicht originell!
Weiße Feder gefunden Eigentlich traut man sich ja nicht, etwas Fieses über die Bücher von Paulo Coelho zu schreiben.
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Lebensart

Spieglein, Spieglein ... Hallo, Sie da, zeigen Sie sich mal! Die Zeiten der vornehmen Zurückhaltung sind passé.
Her mit der Glückstüte Irgendwann muss es ja geschehen sein. Ohne es zu bemerken,
Schluss mit hektisch So ein Samstag hat es in sich. Keiner muss ins Büro. Aber alle wissen, was sie zu tun haben:
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Reise

Ostfriesisch herb Jeder hat so seine eigene Vorstellung von einer Insel. Wer unter Palmen träumen will, blumenbekränzt, der wäre auf Juist ganz fehl am Platze.
Madam braucht keine Schuhe Nachtfrost droht. Da kann man ja schlecht barfuß laufen.
Ganz schön aufgetakelt Diese Sportler denken immer nur an das Eine. „Kann ich denn da laufen“,
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Glosse

Eher still Kürzlich beschwerte sich eine Leserin, dass wir an dieser Stelle immer nur über das Leben verheirateter Menschen zu berichten hätten.
Büroseufzer Sie ist so nett, unsere neue Technik. Sie lässt den Menschen nicht länger allein mit seinem Unvermögen.
Boutiquenzwang Es soll ja Frauen geben, die das Einkaufen hassen.
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Portrait

Das Mädchen und die Macker Werte Herren, entspannen Sie sich! Attacken auf Alice Schwarzer,
Auch die Kunst braucht einen Macher Er ist Schlossherr in Mochental. Dort, auf dem grünen Hügel bei Ehingen,
Immer nur lächeln Man kann die Geschichte des Hoteliers Hermann Bareiss nicht erzählen
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