Oma, ich habe kalt!

Von Zeit zu Zeit wird unser Enkel Aleksander (5) zwecks Verfeinerung bilingualer Fähigkeiten von der Pariser Vorschule beurlaubt und kommt zur Fortbildung mit Kuschelfaktor nach Düsseldorf. Anders als sein großer Bruder Theo, der durch prägende Aufenthalte chez nous fließend Deutsch spricht, hat Aleks eine charmante Art des deutsch-französischen Kauderwelschs entwickelt. Sehr charmant, leider. Geradezu…


Genuss braucht Maß

Non, Madame, es nützt dir nichts, in einem kleinen Düsseldorfer Café namens Gare du Nord zu frühstücken. Croissants hin, Carla Brunis „Little French Songs“ her – wir sind an der Luegallee, und die Kellnerin hat einen osteuropäischen Akzent. Das Pariser Gefühl ist perdu, verloren, sobald man wieder nach Hause fährt, ins pralle, fröhlich pragmatische Rheinland. Da bleibt nur ein Warten und Hoffen…


Noblesse oblige

An diesem Wochenende konnten wir nicht an die frische Luft in den Bois de Boulogne. Unsere Enkel hatten gesellschaftliche Verpflichtungen, und das ist in Paris nun mal immer am wichtigsten. Theo war gestern bei einem kultivierten Event mit Verkleidung im Wachsfigurenmuseum, wo ein Klassenkamerad im Kreise stummer Prominenter wie Madonna, Ronaldo und Co. seinen Geburtstag…


Die unglaublich artigen Kinder

In seiner Eigenschaft als deutsches Kind neigt unser kleiner Enkel Aleksander (5) zur Aufsässigkeit. „Nein!“ und „Will ich nicht!“ sind die bevorzugten Reaktionen auf unerwünschte Vorstellungen aus der Erwachsenenwelt wie: „Räum bitte mal deine Dinosaurier auf!“ oder: „Jetzt gibt's Banane und keine Bonbons.“ In seiner Eigenschaft als französisches Kind hingegen kann Aleksander so artig sein…


Schön leiden

Einen kleinen Vorteil hat es ja, erkältet in Paris zu sein. Man sieht vorübergehend nicht mehr so unpassend deutsch und prall aus. Das Bleiche und leicht Genervte, optisch eher Unspektakuläre ist hier nämlich angesagt. Nur in unserer Fantasiewelt sieht die typische Pariserin aus wie das zauberhafte Wiener Fräulein Romy Schneider in ihrer Rolle als Anne-Claire in Helmut Käutners Tragikomödie…


Heute schon gehustet?

Der Pariser Januar wurde, ganz im Gegensatz zum April, zu Recht noch nie besungen. Die Sänger sind sowieso heiser. Im Winter leidet die Stadt der Liebe und Leichtigkeit chronisch an grippalen Infekten. Raucher frieren auf zugigen Caféterrassen, während der Heizstrahler von oben ihren Kopf glühen lässt. Die Demoiselles in ihren pantoffelähnlichen Flachstiefeln tragen Wollhandschuhe mit abgeschnittenen…


Relativ pünktlich

Das Pariser Gefühl ist eine treulose Erscheinung. Fast wäre es mir in den letzten Monaten entfleucht wie die letzten Töne eines melancholischen Chansons. Unsere Tochter Kathi hat nämlich einen neuen Gefährten und nur eine kleine Wohnung in einem krassen Immeuble am Bahnhof Montparnasse. Und da es mit dem noch unvertrauten Schwiegersohn dann doch etwas eng wird, sind wir nur selten kurz zu…


Die süße Höflichkeit

Jetzt wird es kompliziert, Mesdames et Messieurs, werte Forscher auf dem Feld der Pariser Eigenarten! Denn die andere Seite der im letzten Blog-Beitrag gewürdigten indifférence ist die Kunst der überschwänglichen Kommunikation. Dass der Pariser sein Schokoladencroissant und den tölpelhaften Touristen mit eleganter Gleichgültigkeit übersieht, hindert ihn nicht daran, im gesellschaftlichen Umgang…


Die grandiose Indifferenz

Werte Freunde des Pariser Lebens, wir müssen jetzt ganz tapfer sein. Unsere Liebe zum Nachbarland beruht nicht gerade auf Gegenseitigkeit. Nur wenige Franzosen singen auf Rheindampfern mit Tränen in den Augen das Lied von der Lorelei, wie es rührende japanische Touristen tun. Nein, der Français hält Frankfurter Würstchen und Wiener (!) Schnitzel für typisch deutsche Gerichte. Und die sind dégoûtant.…


Frag den Abendwind ...

Mon dieu, woher kommt sie nur, diese zähe Amour für das Französische, die mich seit frühester Jugend erfüllt? Non, Mesdames et Messieurs, ich hatte niemals eine Beziehung zu einem leibhaftigen Franzosen. Zum Glück. So blieben meine Gefühle toujours ungetrübt, seit mein Lieblingsindianer Winnetou 1963 in dem französischen Nachwuchs-Schauspieler Pierre Brice, einem Baron von Geburt, seine berühmte,…


Artikel

Kunst

Wer bietet mehr? Die schicken People von der Kunstfront sind schon ganz erschöpft.
Die Macht des roten Mohns Der Mann aus dem Norden liebte die Blumen: „emporsprießend, blühend,
Die Kraft der Schatten Manchmal ist das Schicksal eines Künstlers so übermächtig, dass man erst einmal davon berichten muss.
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Literatur

Das Schicksal kann sich täuschen Sorry, ich habe den neuen Kehlmann erst gestern ausgelesen. Ein bisschen spät, ich weiß.
Liebe, Wahrheit, Freiheit und Krebssuppe Man könnte natürlich zum Eiffelturm fahren. Pardon, Madame, das ist nicht originell!
Weiße Feder gefunden Eigentlich traut man sich ja nicht, etwas Fieses über die Bücher von Paulo Coelho zu schreiben.
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Lebensart

Spieglein, Spieglein ... Hallo, Sie da, zeigen Sie sich mal! Die Zeiten der vornehmen Zurückhaltung sind passé.
Her mit der Glückstüte Irgendwann muss es ja geschehen sein. Ohne es zu bemerken,
Schluss mit hektisch So ein Samstag hat es in sich. Keiner muss ins Büro. Aber alle wissen, was sie zu tun haben:
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Reise

Ostfriesisch herb Jeder hat so seine eigene Vorstellung von einer Insel. Wer unter Palmen träumen will, blumenbekränzt, der wäre auf Juist ganz fehl am Platze.
Madam braucht keine Schuhe Nachtfrost droht. Da kann man ja schlecht barfuß laufen.
Ganz schön aufgetakelt Diese Sportler denken immer nur an das Eine. „Kann ich denn da laufen“,
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Glosse

Eher still Kürzlich beschwerte sich eine Leserin, dass wir an dieser Stelle immer nur über das Leben verheirateter Menschen zu berichten hätten.
Büroseufzer Sie ist so nett, unsere neue Technik. Sie lässt den Menschen nicht länger allein mit seinem Unvermögen.
Boutiquenzwang Es soll ja Frauen geben, die das Einkaufen hassen.
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Portrait

Das Mädchen und die Macker Werte Herren, entspannen Sie sich! Attacken auf Alice Schwarzer,
Auch die Kunst braucht einen Macher Er ist Schlossherr in Mochental. Dort, auf dem grünen Hügel bei Ehingen,
Immer nur lächeln Man kann die Geschichte des Hoteliers Hermann Bareiss nicht erzählen
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